Wie klingt der Urknall ? Wissenschaftspioniere aus der ganzen Welt | MDR Wissen

Share
Embed
  • 
    Loading...
  • Published on:  3/18/2020
  • Im September 2015 erlebt die Welt der Wissenschaft eine Sensation: Forschern in den USA gelingt es erstmals in der Geschichte der Physik die Existenz von Gravitationswellen nachzuweisen. Ein Meilenstein! Denn dieser Nachweis eröffnet uns Menschen einen völlig neuen Blick auf unser Universum - vielleicht sogar auf die Geburt des Kosmos selbst, nichts Geringeres also als den Urknall.

    Gravitationswellen entstehen, wenn im Weltall etwas Gigantisches passiert: Eine Sternenexplosion, die Verschmelzung von Neutronensternen oder von schwarzen Löchern. Die Ereignisse sind so gewaltig, dass sie Wellen von immenser Energie freisetzen. Milliarden Jahre reisen diese Wellen durchs All, krümmen Zeit und Raum und erreichen mit etwas Glück schließlich auch die Erde. Dort erzählen uns die Gravitationswellen von den kosmischen Ereignissen. Und weil sie in der Lage sind unvorstellbar weit zu reisen, können wir dank ihnen in Bereiche des Universums blicken, in die keine Sonde, kein Teleskop der Welt jemals vordringen könnte, vielleicht sogar dorthin, wo einmal alles begann.

    2017 bekamen die amerikanischen Forscher für die erfolgreiche Messung einer Gravitationswelle den Nobelpreis. Doch es waren Wissenschaftspioniere aus der ganzen Welt, die diesen Erfolg möglich machten. Der Film „Wie klingt der Urknall?“ erzählt die Geschichte dieses Erfolgs. Er unternimmt eine Entdeckungsreise nicht nur in eines der aktuell spannendsten Forschungsfelder der Astrophysik, sondern auch in die Geschichte dieses Forschungsfelds. Angefangen bei Albert Einstein, der bereits vor über 100 Jahren die Existenz von Gravitationswellen vermutete, über die ersten Prototypen von Gravitationswellendetektoren in den 1960er-Jahren, bis hin zu jenen hochspezialisierten Messinstrumenten namens LIGO, die 2015 schließlich zum ersten Mal in der Lage waren, Gravitationswellen erfolgreich zu messen.
    Der Film berichtet von der Leidenschaft und dem unermüdlichen Forschergeist der Pioniere auf dem Feld. Vom amerikanischen Prof. Rainer Weiss, dem Erfinder von LIGO und Begründer der modernen Gravitationswellenforschung oder von Prof. Karsten Danzmann, dem führenden deutschen Gravitationswellenwissenschaftler, der mit seinem Team am Albert-Einstein-Institut in Hannover maßgeblich zum Meßerfolg beitrug. Doch auch schon in der früheren Geschichte der Gravitationswellenforschung leisteten deutsche Wissenschaftler bedeutende Beiträge. Allen voran: Heinz Billing. Der Experimentator aus Salzwedel lieferte bereits in den 70er und 80er-Jahren die technischen Grundlagen für die erfolgreichen Experimente der Zukunft.

    Heute arbeitet ein internationales Team aus rund 1000 Wissenschaftlern an der Erforschung von Gravitationswellen. Ihr Jubel war groß, als im September 2015 die erste Welle gemessen werden konnte. Zwei schwarze Löcher waren vor 1,3 Milliarden Jahren kollidiert und somit der Auslöser für das Signal, das 1,3 Milliarden Jahre später auf die Erde traf. Das Ergebnis für menschliche Ohren umgewandelt: Ein unscheinbarer Ton, ein kleines „Whoop“, das uns - so unaufgeregt es auch klingt - doch so viel über das große unbekannte Weltall verraten kann. Und über die Frage: Was erwartet uns - hinter „unserem“ Sternenhimmel? Hinter dem, was wir mit bloßem Auge sehen und begreifen können? Es geht um nichts Weniger als das große Ganze und um die Chance, die Unendlichkeit, die für uns so unvorstellbar erscheint, ein bisschen besser zu verstehen.

    VIDEO VERFÜGBAR BIS ZUM 17.03.2025

    MDR DOK im Netz:
    ▸ https://www.mdr.de/zeitreise/sendungen/dokus

    Mediathek:
    ▸ https://www.ardmediathek.de/mdr/

    Bitte beachtet beim Kommentieren unsere Netiquette!
    ▸ https://www.mdr.de/zeitreise/sendungen/dokus/netiquette-mdr-dok-100.html

    #stayhome and watch documentaries #withMe#doku
Loading...

Comment