Weber im Check: Weber-Grills versus Rösle, Landmann, Kingstone und Activa | Marktcheck SWR

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  • Published on:  8/4/2020
  • Weber hat den Kugelgrill erfunden und ist die meistverkaufte Grill-Marke in Deutschland. Teuer, aber gut - so das Image. Doch sind die Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills wirklich besser als die der Konkurrenz?

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    #Weber#grillen#Kugelgrill

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    Der Kugelgrill mit Deckel ist der Klassiker, mit dem die Grillgeschichte bei Weber begann. Im Jahr 1952 suchte der Grillenthusiast George Stephen nach einem Grill mit Deckel, den er auch bei schlechtem Wetter nutzen konnte. Er arbeitete als Schweißer bei einer Bojenfirma in Chicago namens Weber. Da kam ihm die Idee, eine Boje in zwei Hälften zu sägen. Eine Hälfte ergab die Grillschale, die andere Hälfte den Deckel. Der Kugelgrill war geboren – und wurde ein Verkaufsschlager. Ende der 50er Jahre übernahm George Stephen die Firma Weber, die sich fortan auf die Produktion von Grills spezialisierte. 1985 kommen Gasgrills dazu. 2006 Elektrogrills. Weltweit exportiert Weber heute in rund 60 Länder.

    Check 1: Qualität - Weber versus Landmann, Rösle, Bauhaus und Activa
    Wir lassen fünf Holzkohle-Kugelgrills (Einsteigermodelle) von ambitionierten Hobby-Grillern testen. Es treten an:
    • Der Grill "Kepler Select" von Landmann für 200 Euro
    • Der Grill "Original Kettle E-4710" von Weber für 180 Euro
    • Der Grill "No. 1 BELLY F50" von Rösle für knapp 170 Euro
    • Der Grill "Bullet 47" von Kingstone (Eigenmarke von Bauhaus) für 55 Euro
    • Der Mini-Kugelgrill "Teneriffa" von Activa für 15 Euro

    Fazit Qualitätscheck: Insgesamt schneidet der Rösle am besten ab, vor allem, weil er im Praxis-Check überzeugt. Der Weber, mit dem etwas schwächeren Praxis-Check, ist gerade noch gut. Bauhaus ist im Labor etwas schwächer, wird aber von den Testern als der Grill mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilt. Insgesamt liegt er im Durchschnitt. Der Landmann-Grill kommt weder im Praxis-Check noch im Labor auf hohe Temperaturen. Und der Activa Mini-Grill konnte insgesamt nicht überzeugen, vor allem wegen der schlechten Verarbeitung.

    Check 2: Sicherheit bei Gasgrills von Weber
    Für eine Premium-Marke wie Weber müsste eine Überdrucksicherung an der Gaszufuhr eigentlich Standard sein, so Gasinstallateurmeister Detlef Poullie. Diese verhindert, dass plötzlich zu viel Gas in den Grill schießt und eine Stichflamme entsteht. So eine Überdrucksicherung ist etwa 20 Euro teurer als ein Standardregler.
    Wir stellen jedoch fest: Sogar bei den Premium-Modellen von Weber für über 2.500 Euro sind nur einfache Druckregler verbaut. Diese sind zwar zulässig, reichen aber bei so hochpreisigen Modellen nicht aus, findet Detlef Poullie.
    Auch die meisten Premium-Grills anderer Marken haben nur die billigen Druckregler.
    Ein weiterer Schwachpunkt: der Schlauch. Im Laufe der Jahre kann der porös und rissig werden. Tritt Gas aus, kann dieses sich im unteren Teil des Grills sammeln und explosionsartig entzünden. Im Ernstfall kann das zu schlimmen Verbrennungen und sogar Hausbränden führen, wenn die Flammen auf Gebäude überschlagen.
    Damit das nicht passieren kann, gibt es die sogenannte Schlauchbruchsicherung. Diese kostet rund 12 Euro. Entsteht beim Schlauch ein Leck, schließt die Sicherung die Gaszufuhr ab, eine gefährliche Explosion wird so verhindert.

    Check 3: Image
    Weber habe es geschafft, die Marke als Garant für hochwertige Grills zu etablieren, so Marketingexperte Professor Markus Voeth. Zu einen rührt das daher, dass Weber Grill stark in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Youtube unterwegs ist, mit Tipps, Anleitungen und Neuvorstellungen.
    Weber profitiert als starke Grillmarke auch vom Outdoorboom der vergangenen Jahre. Das Unternehmen hatte schon früh eine geniale Verkaufsidee: Baumärkte. Hier hat Weber oft eigene Verkaufsbereiche, wo nur Weber-Produkte stehen. Diese Strategie haben inzwischen jedoch auch andere Marken übernommen.

    Check 4: Fairness
    Unter seinem Namen vertreibt Weber auch Holzkohle. Allerdings berichten Umweltverbände immer wieder von Holzkohle aus illegalen Urwaldabholzungen in Afrika, aber auch Osteuropa. Oft werden riesige Flächen gerodet. Waldvernichtung und Korruption sind an der Tagesordnung.
    Weber allerdings verspricht verantwortungsvolle und nachhaltige Herstellung. Die Weber Holzkohle trägt das FSC-Siegel. Dahinter steht ein Zertifizierungssystem für nachhaltigere Waldwirtschaft. Auf Nachfrage gibt Weber an, sein Holz sei aus Osteuropa. Zudem hat Ökotest bei einer aktuellen Untersuchung weder bei der Weber Holzkohle noch bei den Weber Briketts einen Hinweis auf illegal geschlagenes Tropenholz gefunden.

    Bildquelle: unsplash/ Fotograf: Sitraka Rakotoarivelo
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